Home > > News > Landwirtschaftliches Einkommen: Ungenügende Schlussfolgerungen

Teilen

Landwirtschaftliches Einkommen: Ungenügende Schlussfolgerungen

Der Bundesrat hat am Freitag, 1. März, einen Bericht über das landwirtschaftliche Einkommen in Erfüllung eines vom Parlament angenommenen Postulats verabschiedet. Dieser Bericht bietet interessante und detaillierte Grundlagen für die anstehenden Diskussionen über die Höhe des landwirtschaftlichen Einkommens, das im Durchschnitt bei 17 Franken pro Stunde liegt, und über dessen Verbesserung. Die Schlussfolgerungen und die angesprochenen Verbesserungsmöglichkeiten sind jedoch nicht so effizient und gehen nicht so weit, wie man es sich angesichts der aktuellen Situation und der sehr klaren Forderungen der bäuerlichen Bevölkerung hätte erhoffen können. Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband weist seit mehreren Jahren auf diese Problematik hin und hätte vom Bundesrat mehr Mut erwartet.

Am 1. März 2024 hat der Bundesrat einen Bericht in Beantwortung des Postulats 21.4585 Bulliard-Marbach «Einkommen der Bauernfamilien» veröffentlicht. Dies ist ein wichtiges Thema für den Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband SBLV. Seit Jahren bezieht er regelmässig direkt beim Bundesamt für Landwirtschaft und bei der jährlichen Veröffentlichung der landwirtschaftlichen Einkommen zu folgenden Punkten Stellung: das tiefe Einkommen, der Einbezug des Einkommens der Partner:innen, der zu hohe Durchschnitt als Vergleichsbasis und der fehlende Wille des Bundesrates, Massnahmen gemäss Artikel 5 des Bundesgesetzes über die Landwirtschaft (LwG) zu ergreifen. Auch die Art und Weise, wie diese Zahlen kommuniziert werden, hat der SBLV immer wieder kritisiert. Diese Kritik gilt auch in Bezug auf die Pressemitteilung vom 1. März. Sie verzerrt das wahre Bild der Situation. Einerseits wird lediglich das Einkommen pro Betrieb genannt, ohne zu erläutern, wie viele Familienarbeitskräfte damit entlöhnt werden sollen. Andererseits wird der Rückgang des landwirtschaftlichen Einkommens (1,3%) genannt, aber angesichts der aktuellen Situation wäre es transparenter gewesen, den Rückgang des Einkommens je Familienarbeitskraft zu nennen, der 6,3% beträgt!

Der Bericht liefert klare und detaillierte Angaben zu denen im Postulat geforderten Elementen. Er bestätigt die Notwendigkeit, das Monitoring beizubehalten sowie den Vorschlag, den Referenzwert für den Vergleich mit anderen beruflichen Sektoren zu ändern, was vom SBLV begrüsst wird. Hingegen ist der SBLV nicht damit einverstanden, dass das Einkommen der Partner:innen in die Beurteilung des wirtschaftlichen Standes der Schweizer Landwirtschafts-betriebe einbezogen wird oder dass es dazu verwendet wird um festzustellen, ob der Lebens-standard der Bauernfamilien angemessen ist oder nicht. Solche Kriterien gehören in eine soziale oder soziologische Bewertung und nicht in die Bewertung der Effizienz und der Ergebnisse einer Agrarpolitik. Dieser und die folgenden Einwände wurden im Rahmen der Begleitgruppe zur Erstellung des Berichts vorgebracht.

Schliesslich ist der Bericht hinsichtlich der Verbesserungsmöglichkeiten und seiner Schluss-folgerungen unzureichend. Der direkteste und wirksamste Weg zu einem besseren Einkommen ist zweifellos der über eine bessere Bezahlung auf den Märkten, ein hochaktuelles Thema. Man hätte vom Bundesrat erwarten können, dass er den Mut hat und die Gelegenheit nutzt, Empfehlungen auszusprechen und in diesem Punkt klare Linien zu ziehen. Dies wäre auch eine erste Antwort auf die kürzlich eingereichte Petition gewesen, für die in wenigen Tagen fast 70’000 Unterschriften gesammelt wurden, und eine erste Geste im Hinblick auf die Verpflichtung, die ihm durch Artikel 5, Absatz 2 LwG auferlegt wird.

Für weitere Auskünfte:
Anne Challandes, Präsidentin SBLV challandes@landfrauen.ch; Tel. 079 396 30 04

Aktuelles


16.09.2026

News der Präsidentinnen-Konferenz 2026-2

Heute hat die Präsidentinnenkonferenz des SBLV in Bern getagt. Hier lesen Sie die wichtigsten News.


14.09.2026

Webinar zur Finanzierung der 13. AHV-Rente

Save the Date: Am Dienstag, 27. Oktober 2026, 18.30 – 20.00 h findet das Webinar zur Finanzierung der 13. AHV-Rente statt.
Erhalte Hintergrundinfos und bilde dir deine Meinung zur Finanzierung der 13. AHV-Rente.
Jetzt vormerken!
Weitere Infos folgen.


14.09.2026

Webinar: Burnout und Burnout-Prävention

Am Montag, 16. November 2026 findet das praxisnahe Webinar exklusiv für Mitglieder des SBLV und der SGF statt.
Themen: Burnout frühzeitig erkennen, Präventions-Möglichkeiten und Hilfsangebote kennen.
Jetzt anmelden!


11.09.2026

Von Schmerz zu neuer Hoffnung

Was einer Bäuerin nach dem Verlust ihres Sohnes durch einen Forstunfall Halt gibt.
Lies hier den Artikel unserer Autorin Lotti Hunziker in der BauernZeitung vom 31.08.2026.


11.09.2026

Die Sennerin auf der Alp Larein

Frühes Aufstehen, lange Tage und viel Verantwortung: Für Marlies Thöny ist das kein Verzicht, sondern Erfüllung. Als Sennerin auf der Alp Larein im Prättigau lebt sie eine Arbeit, die Körper und Herz fordert und genau darin findet sie ihren Sinn.
Lies hier den Artikel unserer Autorin Lotti Hunziker in der UFA-Revue 09/2026.


07.09.2026

Vier-Ländertreffen der Bäuerinnen- und Landfrauenverbände 2026

Die deutschsprachigen Bäuerinnen- und LandFrauenorganisationen fordern zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026 mehr finanzielle Unabhängigkeit, gleichberechtigten Zugang zu Finanzierung und Fördermitteln sowie bessere Absicherung für Frauen in der Landwirtschaft.


30.08.2026

Eine Schweiz ohne Kühe, in der unser Speiseplan vom Staat vorgegeben wird?

Die Initiative will die Ernährungssicherheit stärken, könnte mit unrealistischen Vorgaben aber Landwirtschaft, Böden und Biodiversität schwächen.


30.08.2026

Beeren

Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) verfasst monatlich für die Schweizer Familie «Tipps & Tricks der Landfrauen».

In dieser Ausgabe der Schweizer Familie drehen sich alle Tipps & Tricks rund um «Beeren»


24.08.2026

Hilfe infolge Trockenheit

Das Jahr ist für die Bauernfamilien auf Grund der anhaltenden Trockenheit aussergewöhnlich schwierig.
Die Bucher-Gossweiler-Stiftung unterstützt existenzbedrohte Härtefälle in Folge der Trockenheit.


21.08.2026

Superfood made in Switzerland

Hast du gewusst, dass es zu vielen exotischen Superfood-Produkten einheimische Alternativen gibt, die mindestens genauso gesund sind?
Lies den Artikel unserer Autorin Trudi Berchtold im SchweizerBauer vom 19. August 2026


14.08.2026

Food Overshoot Day – Wir leben auf Kosten anderer

Seit dem 13. Juli ernährt sich die Schweiz statistisch gesehen auf Kosten anderer Länder – früher als je zuvor. Der sogenannte Schweizer Food Overshoot Day markiert den Zeitpunkt, ab dem die in der Schweiz konsumierten Lebensmittel rechnerisch nicht mehr aus der heimischen Produktion stammen.


01.06.2026

Umfrage zur Belastung in der Schweizer Landwirtschaft

Burnout und psychische Belastungen sind in der Schweizer Landwirtschaft weit verbreitet – doch bisher wenig erforscht. Mit unserer schweizweiten Umfrage möchten wir Belastungen besser verstehen und passende Unterstützungsangebote stärken. Danke fürs Mitmachen und Teilen!

Landfrauen.ch_News

Finden Sie auf unserem Newsportal weitere Publikationen des Schweizerischer Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes.